Elbphilharmonie. Bild: Thies Rätzke
Elbphilharmonie. Bild: Thies Rätzke

Neues Festival mit Musik für das 21. Jahrhundert

Vom 2. bis 12. Februar findet die erste Ausgabe von „Elbphilharmonie Visions“ statt.

In Zeiten, in denen die Zukunft des Kulturlebens vielerorts in düsteren Farben gemalt wird, setzt die Elbphilharmonie in Kooperation mit dem NDR (Elbphilharmonie Orchester) ein kraftvolles Zeichen: Mit »Elbphilharmonie Visions« wird ein neues Festival für zeitgenössische Musik aus der Taufe gehoben, das sich künftig alle zwei Jahre intensiv dem Abenteuer neuer Klänge widmet – Musik des 21. Jahrhunderts, die nirgendwo so zu Hause ist wie in dem ikonischen Konzertsaal des 21. Jahrhunderts. Von einer »Momentaufnahme der gegenwärtigen Musikwelt« schwärmt Initiator und Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters Alan Gilbert mit Blick auf die erste Ausgabe von »Elbphilharmonie Visions«, die vom 2. bis 12. Februar 2023 in Hamburg stattfindet. Zu hören sind einige der aufregendsten Orchesterwerke der letzten Jahre, unter anderem von Kaija Saariaho, John Adams, Anna Thorvaldsdottir, Thomas Larcher, Isabel Mundry und James Dillon. Die junge schwedische Komponistin Lisa Streich erhält den eigens gestifteten Claussen-Simon-Kompositionspreis für ihr neues Werk »Flügel«, das im Eröffnungskonzert seine Uraufführung erfährt. Dem Publikum bietet sich die Möglichkeit, den Visionen der Künstlerinnen und Künstler ganz nahe zu kommen: Alle Konzerte werden begleitet von Gesprächsformaten. Tickets sind auf www.elbphilharmonie.de erhältlich.

Den Festival-Auftakt bestreitet das NDR Elbphilharmonie Orchester unter Alan Gilbert. Das Programm ist dabei gleich brandaktuell: Nach der Uraufführung des Werks von Lisa Streich erklingt das Oratorium »In This Brief Moment« des Australiers Brett Dean, das den zerstörerischen Einfluss des Menschen auf den Planeten thematisiert (2.2.). Das Lucerne Festival Contemporary Orchestra mit Dirigent Sylvain Cambreling spielt »to an utterance« der vielfach ausgezeichnete Rebecca Saunders. Im Anschluss ist das Orchester-Triptychon »Core-Turn-Boost« von Dieter Ammann zu hören (3.2.). Jörg Widmann ist mit seinem Trompetenkonzert »Towards Paradise« vertreten, Sofia Gubaidulina mit ihrer überirdisch klingenden Komposition »Der Reiter auf dem weißen Pferd«. Die beiden Werke werden vom WDR Sinfonieorchester unter David Robertson interpretiert. (4.2.). Die NDR Radiophilharmonie unter Pierre Bleuse widmet sich der Grande Dame der finnischen Musikszene Kaija Saariaho und ihrem Klarinettenkonzert »D’om Le Vrai Sens«. Im Anschluss kommt ein neues Werk des Österreichers Thomas Larcher zur Uraufführung (5.2.). Das Ensemble Resonanz erkundet einen Abend lang die Musik von Isabel Mundry und Helmut Lachenmann (6.2.). Georges Aperghis und Enno Poppe werden vom Ensemble Modern in den Blick genommen (7.2.).

Die 1977 geborene Isländerin Anna Thorvaldsdottir gehört zu den interessantesten Komponistinnen ihrer Generation. Ihr rund 20-minütiges Werk »Catamorphosis« thematisiert die »fragile Beziehung zu unserem Planeten«. Den Liederzyklus »Let Me Tell You« von Hans Abrahamsen bezeichnete der britische Guardian als »das beste Werk klassischer Musik, das im 21. Jahrhundert bis dato entstanden ist«. Beide Werke werden von Alan Gilbertund dem NDR Elbphilharmonie Orchester interpretiert (9.2.). Der vierteilige Zyklus »Pharmakeia« des schottischen Komponisten James Dillon mutet wie ein jenseitiges, unheimliches Märchen an. Es erklingt gemeinsam mit »NUR« für Klavier und Ensemble von Matthias Pintscher, der das renommierte Ensemble intercontemporain leitet (10.2.). Zum Abschluss des Festivals präsentieren Alan Gilbert und das NDR Elbphilharmonie Orchester die »Scheherazade.2« für Violine und Orchester von John Adams zusammen mit dem Mini-Streichquartett »Homunculus« von Esa-Pekka Salonen. Der vielseitige und innovative Salonen steht in der Elbphilharmonie derzeit zwei Spielzeiten lang im Fokus. (12.2.).

Christoph Lieben-Seutter, Generalintendant von Elbphilharmonie und Laeiszhalle Hamburg, ist gespannt "auf Musik, die in der Elbphilharmonie ganz selbstverständlich zu Hause ist. Der Große Saal ist wie kein zweiter geeignet, neue musikalische Welten zu erkunden. Dies liegt an der klaren und räumlichen Akustik und an der Atmosphäre des Raumes. Bei den ›Elbphilharmonie Visions‹ stehen wirklich viele der faszinierendsten Werke auf dem Programm, die nach 2000 komponiert worden sind."

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