Tur Bonet Lina. Foto: Guido Werner
Tur Bonet Lina. Foto: Guido Werner

Neue Impulse für die Alte Musik

Lina Tur Bonet wurde zur neuen Professorin für Barockvioline und Barockviola in Weimar berufen.

Das Institut für Alte Musik der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar freut sich über eine künstlerisch wie pädagogisch herausragende Verstärkung: Die spanische Barockviolinistin Lina Tur Bonet wird ab April 2022 neue Professorin für Barockvioline und Barockviola in Weimar. Ihr beeindruckender Lebenslauf liest sich wie ein „Who is Who“ der Musikszene: Lina Tur Bonet ist als Solistin, Ensemblespielerin und -leiterin sowie als Pädagogin außer in ihrem Schwerpunkt der Alten Musik auch mit Musikepochen bis hin zur Moderne vertraut.

„Weimar als Stadt ist ein unglaublich inspirierender Ort, sowohl kulturell als auch musikalisch, ein wunderbarer Rahmen für eine solche Aufgabe“, sagt Lina Tur Bonet, die zuvor als Professorin in Zaragoza und Madrid lehrte. „Es ist für mich eine Ehre, jetzt dabei zu sein, und ich nehme es mit großer Freude, Leidenschaft und Begeisterung“, so die spanische Künstlerin. „Einen Studierenden bei der Entfaltung seiner künstlerischen Persönlichkeit zu begleiten ist faszinierend und auch eine große Verantwortung. Als Professor*innen müssen wir den Studierenden objektive Informationen geben und vor allem Kriterien vermitteln, um ihre eigene Interpretation zu finden und auch unnötige Dogmen zu vermeiden.“

Lina Tur Bonet gilt international als eine der interessantesten und vielseitigsten Violinistinnen ihrer Generation. Sie spielt ein ungewöhnlich umfangreiches Repertoire, das mehr als 400 Jahre Musik umfasst – und zwar immer auf den Originalinstrumenten der jeweiligen Zeit. Sie hat eine besondere Vorliebe für Kammermusik, Werke von Johann Sebastian Bach sowie unbekannte Werke berühmter Komponisten und die Aufführungspraxis bei den Violinisten jeder Epoche.

Als Solistin mit Orchester führte sie Werke von Vivaldi, Pisendel, Bach, Mozart, Beethoven, Brahms, Mendelssohn, Ravel, Bartók, Chausson und Piazzolla auf. Zu ihren Uraufführungen zählen alte unbekannte Werke von Matteis, Vivaldi und Brunetti, doch auch zeitgenössische Komponisten wie José María Sánchez-Verdú, Mauricio Sotelo oder Josep Maria Guix haben Stücke für sie geschrieben. Zudem wurde sie zum Festival de Montréal eingeladen, um sämtliche Werke für Solo-Violine von Johann Sebastian Bach aufzuführen, und mehrmals spielte sie den kompletten Zyklus der Rosenkranzsonaten von Biber in Wien, Tokio und Madrid. 

Als Solistin ist Lina Tur Bonet u.a. in der Wigmore Hall London, Styriarte, San Diego Early Music Festival, Yale-Instrumentensammlung, Musashino Hall Tokio, Usina de las Artes Buenos Aires, Wiener Konzerthaus, Potsdamer Festspiele sowie in New York, Rom und Polen aufgetreten.

 

Sie wurde als Konzertmeisterin sowohl von Barock- als auch modernen Orchestern eingeladen, darunter Il Complesso Barocco, Orchester des Liceo de Barcelona, Clemencic Consort, Bach Consort Wien, Hofkapelle München, Orchester d’Auvergne und Orquesta Nacional de España. Sie spielte als Erste Violine mit Orchestern wie Les Musiciens du Louvre, Les Arts Florissants, Mahler Chamber Orchestra und dem Mozart Orchestra unter der Leitung von Dirigenten wie Claudio Abbado, Daniel Harding, John Eliot Gardiner, Marc Minkowski, William Christie, Fabio Biondi, Kent Nagano, Reinhard Goebel und Teodor Currentzis.

Die spanische Künstlerin wirkte in Kammermusikensembles gemeinsam mit Künstlern wie Menahem Pressler, Christian Zacharias und Enrico Onofri. Regelmäßig tritt sie auch als Dirigentin in Erscheinung und leitet u.a. das Orchester der Montréal Festival, Jerusalem Baroque Orchestra, Camerata Villa Musica und Pfalztheaterorchester Kaiserslautern. Ihr Interesse an verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen veranlassten sie mit dem Wiener Kabinetttheater Wien und mit dem Dichter Antonio Colinas zusammenzuarbeiten – sowie auch zu Projekten im Bereich Video und Performance.

Lina Tur Bonet ist Gründerin und Direktorin des „MUSIca ALcheMIca“-Ensembles. MUSIca ALcheMIca genießt aufgrund seiner preisgekrönten Aufnahmen bereits international einen guten Ruf. Das Ensemble gastierte u.a. in Japan, Deutschland, Russland, Spanien, Österreich, Bolivien, Chile, Peru und Panama.

Lina Tur Bonet erhielt schon früh ihre ersten Musikstunden bei ihrem Vater Antonio Tur. Sie studierte Violine an den Musikhochschulen Freiburg und Wien. Als Studentin erhielt sie zahlreiche Stipendien, u.a. von der Alexander von Humboldt-Stiftung, der Villa Musica Mainz sowie der österreichischen OeAD und gewann internationale Preise wie z.B. beim Premio Bonporti. Als gesuchte Pädagogin innerhalb und außerhalb Spaniens hatte sie von 2005 bis 2016 den Lehrstuhl für Violine am Konservatorium für Musik in Zaragoza inne und unterrichtete zuletzt am Escuela Reina Sofia in Madrid und an der ESMUC in Barcelona.

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