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Philippe Jaroussky. Bild: Simon Fowler/Warner Classics
Philippe Jaroussky. Bild: Simon Fowler/Warner Classics

Musikfest-Preis 2022 an Philippe Jaroussky

Der französische Countertenor wird für seine Verdienste um das Musikfest in Bremen geehrt.

Der französische Countertenor Philippe Jaroussky erhält den Musikfest-Preis Bremen 2022. Mit dem undotierten Preis zeichnet das Festival seit 1998 jährlich bedeutende Solisten, Ensembles, Orchester und Dirigenten aus, die durch ihr herausragendes künstlerisches Wirken in der internationalen Musikwelt eigenständige Akzente gesetzt und das Profil des Musikfests entscheidend mitgeprägt haben. Preisträger vergangener Jahre waren unter anderem Nikolaus Harnoncourt, Sir Roger Norrington, Marc Minkowski, Anne Sofie von Otter, Hélène Grimaud, Janine Jansen, Rolando Villazón, Jérémie Rhorer, Teodor Currentzis und zuletzt Philippe Herreweghe.

Philippe Jaroussky, geboren 1978 in Maisons-Laffitte bei Paris, studierte zunächst nach der Schule Violine, Klavier und Komposition an den Regionalkonservatorien von Versailles und Boulogne-Billancourt. Von seiner stimmlichen Begabung erfuhr er erst mit 18 Jahren durch einen Zufall, als er die Gesanglehrerin Nicole Fallien kennenlernte. Nach nur drei Jahren Gesangsausbildung feierte er mit gerade einmal Anfang Zwanzig bereits seinen Durchbruch! Neben der kontinuierlichen Zusammenarbeit mit renommierten Alte-Musik-Ensembles wie Le Concert d’Astrée, L’Arpeggiata, I Barocchisti, Ensemble Matheus oder Europa Galante, realisiert Philippe Jaroussky seit 2002 vor allem auch mit dem von ihm mitbegründeten Ensemble Artaserse viele seiner sorgfältig zusammengestellten Konzertprogramme und CD-Einspielungen. Nicht zuletzt durch die Auszeichnung im Jahr 2008 mit einem ECHO Klassik als „Sänger des Jahres“ – als erster Countertenor in der Geschichte dieses Preises – hat er hierzulande wie kaum ein Zweiter die hohe Stimmlage weit über die Grenzen der Alten Musik hinaus bekannt gemacht und sich als eine der bedeutendsten Sängerpersönlichkeiten der internationalen Musikwelt etabliert. Im 2017 eröffneten Pariser Konzerthaus „La Seine Musicale“ im Stadtteil Boulogne-Billancourt widmet er sich mit der „Académie Musicale Philippe Jaroussky“ gezielt der musikalischen Förderung junger Menschen. Die Akademie ermöglicht Kindern und Jugendlichen zwischen 7 und 12 Jahren aus einkommensschwachen Familien der Region einen kulturellen Zugang zur Musik und bietet jungen angehenden Musiker*innen zwischen 18 und 25 Jahren professionelle Unterstützung und ergänzende Förderung zu ihrem Studium an einem Musikkonservatorium oder einer Hochschule.

Beim Musikfest Bremen 2009 gab Philippe Jaroussky sein gefeiertes Bremen-Debüt mit geistlichen Arien aus dem italienischen Barock in der Kirche Unser Lieben Frauen, begleitet von Concerto Melante. Seitdem hat der französische Countertenor mit verschiedenen Programmen in wechselnden Besetzungen in sieben weiteren Festival-Auftritten mit Gesängen von Claudio Monteverdi über Giovanni Battista Pergolesi und Georg Friedrich Händel bis zu Juliette Gréco begeistert. Dabei hat er nicht nur immer wieder populären Arien seinen persönlichen Stempel aufgedrückt, sondern sich als unermüdlich in Archiven Forschender auch für Musik von Antonio Caldara, Nicola Porpora, Giovanni Bononcini oder wie zuletzt französische „Airs de cour“ eingesetzt.

„Seit seinem Musikfest-Debüt in 2009 hat Philippe Jaroussky mit seinen Festival-Auftritten in Bremen, Oldenburg und Varel eindrucksvoll unterstrichen, warum er seit zwei Jahrzehnten einer der führenden Countertenöre in der internationalen Musikwelt ist. Seine glockenklare, intonationsrein geführte Stimme fasziniert durch ein sinnliches Timbre und jede Form von Virtuosität stellt er kontinuierlich in den Dienst einer berührenden Intensität des Ausdrucks. Immer schaut er dabei unter die Oberfläche der Musik und zeigt gerade in der Fähigkeit, mit jeder Arie Situationen und Figuren zu beglaubigen, seine Meisterschaft“, begründet die Jury die Entscheidung. Im diesjährigen Musikfest Bremen wird Philippe Jaroussky am Freitag, 26. August, um 20 Uhr in der Glocke vom französisch-spanischen Gitarristen Thibaut Garcia in einem Recital begleitet, bei dem die beiden eine musikalische Reise um die Welt quer durch 400 Jahre Liedgut verschiedener Kulturen präsentieren. Die Bekanntgabe des Programms für das 33. Musikfest Bremen erfolgt am 4. Mai.

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