Brahms-Ausstellung, Cover des Katalogs. Bild: Brahms-Institut der Hochschule Lübeck
Brahms-Ausstellung, Cover des Katalogs. Bild: Brahms-Institut der Hochschule Lübeck

Kennen Sie Brahms?

Das Lübecker Brahms-Institut präsentiert einen Ausstellungskatalog zum jungen Brahms.

Das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck (MHL) bringt zu seiner aktuellen Ausstellung „Der junge Brahms – Zwischen Natur und Poesie“ nun auch einen Katalog heraus, der einen neuen Blick auf den Komponisten eröffnet. Am Freitag, 1. Juli wird er in einer Konzertlesung in Kooperation mit dem Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) in der Villa Brahms vorgestellt. 

Prof. Dr. Wolfgang Sandberger, Leiter des Brahms-Instituts an der MHL, stellt den neuen Katalog vor, der in Kooperation mit dem SHMF passend zum diesjährigen Brahms-Schwerpunkt erscheint. Andreas Hutzel, Schauspieler am Theater Lübeck, liest Briefe und Texte aus dem Umfeld des jungen Brahms. Die MHL-Pianisten Jaskeerat Singh Gill, Tigran Poghossian und Mert Yesilmenderes bringen mit dem Scherzo op. 4, Balladen aus op. 10 und den Variationen über ein Thema von Robert Schumann op. 9 Kompositionen des jungen Brahms zu Gehör, die die literarischen Einflüsse auf sein Werk spiegeln.

„Der junge Brahms – Zwischen Natur und Poesie“ bereichert die gängige Brahms-Rezeption, die vom bärtigen, alternden Komponisten geprägt ist, um neue Facetten. Im Fokus steht hier der noch junge Norddeutsche, der blonde „Hans aus Hamburg“: Er ist ein romantischer Feuerkopf und begeistert sich für die Werke E.T.A. Hoffmanns und Joseph von Eichendorffs. In einigen Autografen und Briefen leiht er sich sogar das Pseudonym „Johannes Kreisler jun.“ vom gleichnamigen Kapellmeister, der literarischen Kultfigur aus der Feder Hoffmanns. Zahlreiche Spuren seiner Literatur- und Naturbegeisterung lassen sich in Brahms‘ Frühwerk entdecken. Vielfach literarisch vermittelt ist auch seine Schottland-Begeisterung, die ihn ebenfalls zu Kompositionen inspirierte, etwa zur „Edward“-Ballade op. 10 Nr. 1, die in der Konzertlesung zu hören sein wird.

Ausstellung und Katalog zeigen die Inspirationsquellen des jungen Komponisten aus der wertvollen Sammlung des Instituts, ergänzt durch Reproduktionen aus dem Bestand des Archivs der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und der Staatsbibliothek Berlin. Dazu gehören Briefe, Fotografien, Noten und Bücher aus der Bibliothek von Johannes Brahms. Der Katalog legt anhand der kostbaren Exponate das faszinierende Beziehungsgeflecht des jungen Brahms offen und verortet ihn zudem im Umfeld seiner Heimatstadt Hamburg und seiner Familie.

Der Katalog erscheint bei der edition text + kritik und ist mit 112 Seiten und 116 Abbildungen ab 1. Juli zum Preis von 19,90 Euro im Buchhandel (ISBN 978-3-96707-775-9) sowie zu den Museums-Öffnungszeiten im Brahms-Institut erhältlich. Die Ausstellung „Der junge Brahms – Zwischen Natur und Poesie“ ist bis zum 17. Dezember mittwochs und samstags von 14 bis 18 Uhr in der Villa Brahms zu sehen (Jerusalemsberg 4, 23568 Lübeck). Weitere Informationen unter www.brahms-institut.de.

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