Die iranische Bratscherin Muriel Razavi. Foto: Verena Brüning
Die iranische Bratscherin Muriel Razavi. Foto: Verena Brüning

Großer orchestraler Auftakt

Das Festival für Neue Musik Ultraschall Berlin 2023 startet am 18. Januar.

 

Am Mittwoch, 18. Januar, startet "Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik", das Deutschlandfunk Kultur und rbbKultur zum 25. Mal gemeinsam veranstalten. Das Eröffnungs­konzert mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin unter der Leitung von Lothar Zagrosek beginnt mit "Mary / Transcendence after Trauma" von Liza Lim, eine Auseinander­setzung der Komponistin mit einer Ikone weiblicher Spiritualität. Séverine Ballon ist anschließend Solistin in Carola Bauckholts "Brunnen" für Violoncello und Orchester, in dem sie instrumental in das Innere von Geräuschen vordringt. Von Bernhard Lang folgt die "Monadologie VII – Kammersinfonie", die wie alle seine "Monadologien" "kleinste Ausgangszellen als Generatoren des gesamten musikalischen Materials" nutzt (Mi., 18.01., 20.00 Uhr, Großer Sendesaal, Haus des Rundfunks).

Am Donnerstag, 19. Januar, präsentiert das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Susanne Blumenthal das zweite von drei Orchesterkonzerten: Programmatisch setzt es sich mit der leidenschaftlichen Verdammung des Nationalismus auseinander, wenn Werke von Komponistinnen und Komponisten aus Russland, Belarus und der Ukraine erklingen, die alle nicht mehr in ihren Herkunftsländern leben (Do., 19.01., 19.00 Uhr, Großer Sendesaal, Haus des Rundfunks).

Zeitgeschichte, abendfüllende Werke und Debüts

Ebenfalls nah an der Zeitgeschichte bewegt sich das Konzert der iranischen Bratscherin Muriel Razavi, die in ihrem szenischen Projekt mit Werken iranischer Komponistinnen eine Hommage an die selbstbewussten iranischen Frauen entfaltet, die ihre Rechte einfordern (Sa., 21.01., 21.00 Uhr, silent green Kulturquartier).

Die beiden Festivalleiter Rainer Pöllmann (Deutschlandfunk Kultur) und Andreas Göbel (rbbKultur): "Ultraschall Berlin bietet den Künstler*innen eine Plattform, die sie mit größtmöglicher Freiheit nutzen können. Zusätzlich öffnet das Festival einen historischen Hallraum, indem 'Klassiker' der Nachkriegs-Avantgarde aktuellen Werken gegenüber­stehen. Diesen Kontext zu schaffen, ist eine der herausragenden Eigenschaften von Ultraschall Berlin. Und gleichzeitig wollen wir vielfältige Begegnungen ermöglichen – zwischen Publikum und Komponist*innen, die stets mit vor Ort sind und mit denen man ins Gespräch kommen kann. Auch das macht die besondere Atmosphäre des Festivals aus."

Mit Werken von Stefan Prins und Leopold Hurt wird der seit einigen Jahren zu bemerkende Trend hin zu Großformen und abendfüllenden Projekten aufgegriffen. Erstmals bei "Ultraschall Berlin" zu erleben sind Muriel Razavi, das Decoder Ensemble sowie das Duo Sarah Saviet / Joseph Houston. Mit dabei sind außerdem das Ensemble Experimental/SWR Experimentalstudio, das Trio Accanto, das Zafraan Ensemble, das trio recherche, das Ensemblekollektiv Berlin und das Ensemble Resonanz. Den Schlusspunkt des Festivals setzt das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin unter der Leitung von Karen Kamensek mit Marie-Elisabeth Hecker, Violoncello, und Martin Helmchen, Klavier, als Solisten (So., 22.01., 20.00 Uhr, Großer Sendesaal, Haus des Rundfunks).

Ergänzt wird das Festivalprogramm durch Gespräche mit Musikerinnen und Komponisten sowie das Schülerprojekt der UltraschallReporter.

"Ultraschall Berlin" an drei Orten in Berlin und im Radio 

Die Konzerte von "Ultraschall Berlin" finden wie in den Vorjahren im Haus des Rundfunks und im Heimathafen Neukölln statt. Neuer Aufführungsort ist erstmals das silent green Kulturquartier. Alle Konzerte des Festivals werden im Radio übertragen, vielfach live sowie im Anschluss an das Festival, und sind auf ultarschallberlin.de nachhörbar.

ultraschallberlin.de

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