Stephen Gould als Otello in Dresden. Foto: Semperoper/Forster
Stephen Gould als Otello in Dresden. Foto: Semperoper/Forster

Trauer um Stephen Gould

Mit dem amerikanischen Tenor Stephen Gould hat am 20. September 2023 die internationale Klassikwelt eine ihrer bedeutendsten Sängerpersönlichkeiten verloren.

In einer Mitteilung an die Öffentlichkeit hat sich die Semperoper in Dresden zum Tod des Heldentenors geäußert. Mit Stephen Gould verbinde die Semperoper nicht nur einige ihrer herausragendsten Opern- und Konzertereignisse, sondern werde mit dem Sänger einen besonderen Kollegen vermissen. Dem Dresdner Publikum bleibe Stephen Gould unter anderem mit seinen Partien als Siegfried, Otello und Tannhäuser in lebendiger Erinnerung.

Der Intendant der Sächsischen Staatsoper, Peter Theiler: »Stephen war Dresden und der Semperoper stets eng verbunden, wir verlieren mit ihm einen der führenden Heldentenöre unserer Zeit und einen besonders liebenswerten Menschen. Ich spreche im Namen aller Kolleginnen und Kollegen unseres Hauses, dass die Nachricht vom Tod Stephen Goulds uns sehr berührt. Unser Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen.«

Stephen Gould ist Preisträger der Stiftung Semperoper-Förderstiftung, zuletzt sang er in der Semperoper die Partie des Waldemar in Schönbergs »Gurre-Liedern« unter der Musikalischen Leitung von Christian Thielemann.

Christian Thielemann, Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden: »Ich bin zutiefst betroffen von der Nachricht vom Tod Stephen Gould. Seit unserer ersten Zusammenarbeit 1997 an der Deutschen Oper Berlin bestand zwischen uns eine enge künstlerische Zusammenarbeit und freundschaftliche Verbindung, die uns bei allen großen Strauss- und Wagner-Partien auf den Bühnen der Welt, so auch an der Semperoper Dresden, zusammengeführt hat.«

Gould hatte erst vor wenigen Tagen eine schwere Krebserkrankung öffentlich gemacht und mitgeteilt, dass er nur noch wenige Monate zu leben habe. Für diese Nachricht hatte er das Ende der Bayreuther Festspiele abgewartet, bei denen er seit 20 Jahren alle wichtigen Partien seines Fachs gesungen hat.

Vom Grünen Hügel kam folgende Mitteilung zu Goulds Tod: In tiefster Trauer und fassungslos müssen wir den Tod unseres Freundes und Kollegen, Stephen Gould, bekanntgeben. Mit ihm verlieren die Bayreuther Festspiele und die gesamte Opernwelt einen herausragenden Sänger, Darsteller, Pädagogen, Freund und geschätzten Kollegen. Er trat erstmals 2004 bei den Bayreuther Festspielen auf und hat bis 2022 nahezu 100 Vorstellungen gesungen. Zu seinen Glanzpartien in Bayreuth zählten die Titelpartien in Tristan und Isolde, Tannhäuser sowie der Siegfried im Ring des Nibelungen. Zu Recht wurde Stephen Gould als “Langstreckenläufer” bezeichnet. Er begann zunächst als Bariton und Musicalsänger, der nach rund 3000 Aufführungen von Andrew Lloyd Webbers Musical "The Phantom Of The Opera", zu einem der gefragtesten Heldentenöre avancierte.

Neben Wagner-Partien gestaltete er zahlreiche weitere anspruchsvolle Partien wie Florestan, Paul, Kaiser, Bacchus und Otello an den renommiertesten Opernhäusern weltweit. Seine bemerkenswerte Kondition, unbändige Neugierde und höchste Professionalität, auch im Umgang mit Kolleginnen und Kollegen, zeichneten ihn aus. Nach eigenem Bekunden war Wagner für ihn reine Meditation, ein Mantra.

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