Roberta Mantegna. Bild: Rosellina Garbo
Roberta Mantegna. Bild: Rosellina Garbo

Deutsche Erstaufführung: Donizetti

Am 11. Juni 2022 erklingt erstmals in Deutschland Gaetano Donizettis Oper „Caterina Cornaro“ aus dem Jahr 1844.

Schönheit und Expressivität: Ausgewiesene Belcanto-Spezialisten widmen sich im Konzerthaus Dortmund Gaetano Donizettis letzter Oper „Caterina Cornaro“ von 1844, die bei KLANGVOKAL erstmals in Deutschland aufgeführt wird. Neben der  jungen Sopranistin Roberta Mantegna, die die Titelrolle verkörpert, reüssieren in dieser Aufführung der hervorragende Tenor Dmitry Korchak und der Dirigent Giacomo Sagripanti. 

Publikum und Presse staunen, als am 28. Mai 1972 am legendären Teatro San Carlo in Neapel erstmals seit 1845 wieder Gaetano Donizettis letzte zu seinen Lebzeiten uraufgeführte Oper „Caterina Cornaro“ gegeben wird. Der Jubel ist fast grenzenlos: Sehnsuchtsvolle Romanzen und Arien beglücken durch Belcanto-Schönheit und Virtuosität im Stile der 1830er-Jahre, als Donizetti wie sein Kollege Bellini mit herzergreifenden Melodien zu verwöhnen weiß. Dramatische Liebesduette, große Chorszenen und Finali hingegen künden bereits die spätere Expressivität Giuseppe Verdis an, der zu diesem Zeitpunkt gerade erst seine Karriere beginnt. 

Hinzu kommt ein spannendes Sujet: Caterina wird vom venezianischen Rat der Zehn erpresst und muss aus Machtgründen ihre bevorstehende Liebesheirat absagen. Die Folge: Unglück, aber auch Momente von Nähe, Verständnis und Liebesglück – das von Donizetti subtil in Töne gesetzte Libretto um die zyprische Königin Caterina Cornaro besitzt alle Zutaten für eine erfolgreiche Oper der damaligen Zeit. Dem Werk war bei seiner Uraufführung allerdings kein Erfolg beschieden –  wohl vor allem, weil der Komponist krankheitsbedingt nicht den Proben und der Uraufführung beiwohnen konnte und die Titelrolle falsch besetzt war. Donizetti, der von seinem Werk überzeugt war, ist zutiefst enttäuscht. 

Belcanto-Opern werden überwiegend durch exponierte Gesangsstars, seltener auch durch Dirigenten wiederentdeckt. Mit Leyla Gencer in Neapel und New York sowie Montserrat Caballé in Paris und Barcelona waren es zwei der größten Primadonnen, die sich der Titelrolle annahmen. An ihrer Seite: die großen Tenöre Giacomo Aragall bzw. José Carreras und Bariton-Legende Renato Bruson. Zuletzt gab es noch vereinzelt konzertante Aufführungen, so 2010 in Amsterdam, 2011 in London und 2014 in Montpellier. Die jetzige Aufführung – 50 Jahre nach Neapel – ist die späte deutsche Erstaufführung. 

In Dortmund übernimmt die junge Italienerin Roberta Mantegna, die mit Belcanto-Rollen in Bellinis „Il pirata“ in Mailand, Genf und Palermo, aber auch mit Verdi in Madrid, Rom und Venedig reüssiert, die Titelrolle. Unter Fachleuten gilt sie als eine der spannendsten Soprane ihrer Generation. Mit Dmitry Korchak, der seit Langem zwischen Wien, Paris und Barcelona und 2021 bei Klangvokal mit Bellinis „Il pirata“ beeindruckte, und Bariton Davide Luciano, dem „Don Giovanni“ der Salzburger Festspiele 2021, sind jetzt zwei weitere Belcantisten vertreten. 

Längst gehört Maestro Giacomo Sagripanti mit Rossini beim Festival in Pesaro und Berlin und Donizetti in Wien und London, aber auch mit Verdi in Madrid und Paris zu den führenden Dirigenten dieses Repertoires. Wenn er am Pult des WDR Funkhausorchesters Köln steht und das famose Ensemble und den WDR Rundfunkchor dirigiert, entfaltet sich gewiss wieder dieser besondere Zauber des reifen Belcanto.

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