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Überblick über eine vergangene Jazzahead in Bremen. Foto: Jörg Sarbach
Überblick über eine vergangene Jazzahead in Bremen. Foto: Jörg Sarbach

Bremen freut sich auf den Jazz-April

Im April ist es hoffentlich endlich wieder so weit, dann ist die Hansestadt Bremen für einige Wochen wieder die Welthauptstadt des Jazz – mit allem, was dazugehört, Stars, Konzerten, Austausch und Freude am Miteinander.

Die Verantwortlichen zeigen sich dabei ausgesprochen zuversichtlich, dass die diesjährige jazzahead! der MESSE BREMEN wie geplant stattfinden kann, und das bedeutet: als hybride Veranstaltung, die live, aber auch online zu erleben sein wird. Im Jahre 2020 konnte die jazzahead! aufgrund der Corona-Pandemie gar nicht, im Vorjahr nur online stattfinden. Das Motto lautet in diesem Jahr deshalb auch: „Together again!“ – endlich zusammen mit Kanada, denn dieses Land sollte bekanntlich bereits in den beiden Vorjahren vorgestellt werden. „Gerade auf diese kanadische Auswahl, auf die wir so lange gewartet haben“, freuen wir uns jetzt sehr“, sagt Sybille Kornitschky, die Projektleiterin bei der jazzahead! der MESSE BREMEN.

Nachdem das Eröffnungs- und das Galakonzert – ersteres am Donnerstag, 14. April, mit Erin Costelo, und letzteres am Freitag, 29. April, mit Laila Biali und Malika Tirolien – bereits bekannt gegeben wurden, stehen jetzt auch die Showcase-Acts fest. Sie sind wie üblich in Blöcken gebündelt und finden parallel zum Messebetrieb von Donnerstag, 28., bis Samstag, 30. April, in verschiedenen Locations statt. Die Auswahl ist das Ergebnis eines sorgfältigen Entscheidungsprozesses, die vier hochkarätig besetzte Jurys vorgenommen haben – eine Jury für jeden musikalischen Block, den kanadischen, den europäischen, den deutschen und den mit Künstlern aus Übersee.

Den Anfang macht am Donnerstag, 28. April, die Canadian Night mit acht Beiträgen aus dem diesjährigen Partnerland Kanada, darunter das François Bourassa Quartet und Larnell Lewis, der Schlagzeuger von Snarky Puppy. Außerdem treten auf: das Itamar Erez Quartet, Marianne Trudel + John Hollenbeck, Audrey Ochoa, Silvervest, Steph Richards sowie Carrier, Lambert, Edwards. „Wir werden endlich zeigen, was der kanadische Jazz zu bieten hat, mit Künstlern, die direkt aus unserem Netzwerk von Clubs und Festivals kommen, aber auch aus Übersee in den Vereinigten Staaten und Europa“, sagt Jurymitglied Peter Burton.

Am Freitag, 29. April, geht es weiter mit dem European Jazz Meeting, darunter sind gleich vier Beiträge aus Spanien, im Einzelnen die Alba Careta Group, Antonio Lizana, CONSTANTINI und das Daniel García Trio. Ebenfalls vier Beiträge kommen aus Frankreich, zum Teil mit internationaler Besetzung. Unter anderem wird der Saxophonist und Komponist Pierre Bertrand auftreten, der gemeinsam mit dem schwedischen Trompeter Anders Bergcrantz sein neuestes, in Frankreich gefeiertes Projekt „Colors“ präsentiert. Des Weiteren sind das Antoine Boyer & Yeore Kim Quartet, LEON PHAL sowie Naïssam Jalal & Rhythms of Resistance (FR/SY) zu erleben. Außerdem im europäischen Block: Fergus McCreadie (GB), IKARUS (CH), Jazz Forum Talents (PL), J.D.Hive (AT), die Katherine Windfeld Big Band (DK), das Modern Art Orchestra (HU), das Teis Semey Qintet (NL/DK) sowie Tijn Wybenga & AM.OK (NL). Insgesamt stehen während des European Jazz Meetings 16 Konzerte auf dem Programm.

Weitere acht sind es dann am Samstag, 30. April, bei der German Jazz Expo und noch einmal acht bei der Overseas Night am gleichen Tag. Im deutschen Block sind das Clara Haberkamp Trio, das Fuchsthone Orchestra, das Jens Düppe Quartet, das Keno Harriehausen Quartet, Linntett (das Jazz Sextett von Kira Linn), das Vincent Meissner Trio, JO und der Berliner Drummer und Produzent Magro dabei. Die German Jazz Expo ist als jährlich wiederkehrendes Thema ein tragender Pfeiler der jazzahead!. „Auffallend ist in diesem Jahr die große stilistische Bandbreite der Bands vom Piano Trio von Vincent Meisner bis zum Hip Hop von Magro oder von kleinen Big Bands wie Kira Linn’s Linntett bis hin zum großen Fuchtsthone Orchestra“, sagt Peter Schulze, gemeinsam mit Ulrich Beckerhoff künstlerischer Leiter der jazzahead!: „Und es sind viele Musiker und vor allem Musikerinnen dabei, die noch nie einen Auftritt bei der jazzahead! hatten, was uns besonders freut.“

Zum Programm der Overseas Night zählen das australische Trio Brekky Boy und gleich drei brasilianische Gruppierungen, im Einzelnen Quartabê, Caixa Cubo sowie das Chico Pinheiro Quartet (BR/US), das (ebenfalls nach Juryentscheid) für die ursprünglich vorgesehenen Sandro Haick und Michael Pipoquinha ins Programm kommen. Ebenfalls dabei sind das Melissa Aldana Quartet, Tobias Meinhart – The Painter (beide US), Ofer Mizrahi (IL) sowie Sofia Rei (US/AR).

„Ich denke, dass wir wieder viele großartige Künstler dabei haben“, sagt Schulzes Leitungskollege Ulrich Beckerhoff. Stellvertretend nennt er das Schweizer Quintett „IKARUS“, das „auf großartige Weise die Stimmen zweier Vokalisten:innen sehr innovativ mit einer phantastisch groovenden Rhythmusgruppe verbindet“, oder den Spanier Antonio Lizana, einen Sänger und Saxophonist mit einer umwerfenden Ausdrucksstärke und Emotionalität. „Seine Verbindung von spanischer Musik und Jazzimprovisationen strahlt eine Kraft und Lebensfreude aus, die das Publikum auf der ganzen Welt mitreißt“, so Beckerhoff. Überhaupt die Spanier – was ist das Besondere an ihnen? „Insgesamt ist die spanische Volksmusik, der Flamenco, eine sehr rhythmische Musik, immer mit dem Tanz verbunden und auch im Gesang sehr emotional – dadurch passt er ideal mit den Improvisationen und dem Gesang des Blues-Jazz zusammen“, sagt Ulrich Beckerhoff: „Diese Kombination ist daher sehr häufig bei Bands der iberischen Halbinsel zu finden und gibt dadurch der Musik eine einzigartige Farbe.“ Auch mehrfach vertreten ist in diesem Jahr Frankreich, jeweils mit deutlich hörbaren multikulturellen Einflüssen. „Paris ist eines der wichtigsten Zentren in Europa für Jazz und Weltmusik“, so Beckerhoff, „dort sind die musikalischen Einflüsse vor allen Dingen vom afrikanischen Kontinent, aber auch von den früheren Übersee-Kolonien sehr groß.“

Für eine wiederum andere Spielart steht das 14-köpfige niederländische Ensemble Tijn Wybenga & AM.OK, das sich aus verschiedenen Musikstilen bedient – nicht nur Jazz, sondern auch Elektronik, Klassik und Pop. „Über-raschende Kompositionen, gespielt von Musikern*innen von internationaler Klasse“, so Beckerhoff: „Mitreißend!“

Wer kann die Konzerte sehen? Die 40 Showcase-Konzerte sind für die registrierten Fachteilnehmer live vor Ort zu erleben, „außerdem werden sie zeitgleich in unsere Event-Plattform gestreamt“, sagt Sybille Kornitschky. Angesichts der Pandemiesituation ist es derzeit noch unklar, ob und in welcher Anzahl Besuchertickets für die Showcases vor Ort zur Verfügung gestellt werden können – „da müssen wir leider noch abwarten und uns nach den dann geltenden Vorgaben richten“, so die Projektleiterin weiter: „Wünschenswert wäre es natürlich.“ Sicher ist dagegen, dass Online-Tickets für diese Konzerte angeboten werden. Weitere Infos folgen dazu in Kürze.

Die Fachmesse jazzahead! der MESSE BREMEN findet vom 28. April bis zum 1. Mai statt, das dazugehörige Festival startet bereits am 14. April 2022.

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