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Logo des Brahms-Festivals in Lübeck.
Logo des Brahms-Festivals in Lübeck.

Brahms in Lübeck

An der Musikhochschule Lübeck (MHL) laufen zurzeit die Proben für das 30. Brahms-Festival, das unter dem Motto „Fantastisch“ vom 6. bis zum 15. Mai stattfindet.

Mit der Angliederung des Brahms-Instituts an die MHL wurde das Brahms-Festival 1992 ins Leben gerufen und ist in diesem Format in der Hochschullandschaft bis heute einzigartig. In über 50 verschiedenen Ensembles musizieren Studierende und Dozierende gemeinsam. Anlässlich des 200. Todestages von E.T.A. Hoffmann stehen romantische Werke im Fokus der 33 Konzerte.

Mit neun Konzerten auf drei Bühnen begann das Brahms-Festival Anfang der 90er Jahre, heute sind vom 6. bis zum 15. Mai über 200 Mitwirkende auf acht Bühnen in Lübeck und Flensburg zu erleben. E.T.A. Hoffmann hat anlässlich seines 200. Todestages die Konzertprogramme inspiriert. Das Festival startet mit einer Antrittsvorlesung der Musikwissenschaftlerin Prof. Christiane Tewinkel, die über Hoffmanns Musikernovelle „Die Fermate“ reflektiert („Präludium“ am Fr, 6. Mai, 18 Uhr, MHL) und „Friedenskonzerten“ in Lübeck und Flensburg in Kooperation mit der Europa-Universität Flensburg (Sa, 7. Mai, 19.30 Uhr, MHL / So, 8. Mai, 17 Uhr, MHL / Mo, 9. Mai, 19 Uhr, Deutsches Haus Flensburg). MHL-Pianist Florian Uhlig und das MHL-Sinfonieorchester präsentieren dann unter Leitung des Gastdirigenten Clemens Schuldt Werke von Schumann und Mahler, eine Uraufführung des jungen Komponisten Philipp Wallis Nicolai und das „Gebet für die Ukraine“ des bekannten ukrainischen Komponisten Valentin Silvestrov. Das Brahms-Institut an der MHL eröffnet seine neue Ausstellung, die unter dem Motto „Der junge Brahms zwischen Natur und Poesie“ den romantischen Feuerkopf mit seiner Liebe zu Literatur und Natur in den Fokus stellt (Ausstellungseröffnung Sa, 7. Mai, 15 Uhr, Villa Brahms).

Festival-Motto mit vielen Querbezügen

Herzstück des Festivals sind die programmatischen Kammermusikkonzerte am Abend mit den Titeln „Verführerisch“, „Verzaubernd“, „Verschattet“, „Verträumt“ und „Verwoben“. Sie konkretisieren das Festival-Motto mit vielen Querbezügen zwischen Themen und Komponisten und laden ein, in die Zauberwelt der Romantik einzutauchen. Die Programme sind dem Geist Hoffmanns, dem Dialog von Literatur und Musik verpflichtet. E.T.A. Hoffmann war ein romantisches Multitalent mit vielen Begabungen. Als Dichter fabulierte er geistreich, erfand rätselhafte und skurrile Figuren wie den Kapellmeister Kreisler und inspirierte die romantische Musik damit wie kaum ein anderer. Auch der junge Johannes Brahms war von Hoffmanns Figuren fasziniert, verschlang seine Werke und identifizierte sich so sehr mit Kreisler, dass er sogar einzelne Briefe und Werke mit „Johannes Kreisler jun.“ unterzeichnete. E.T.A. Hoffmann hat auch komponiert. Seine Mozart-Begeisterung mündete darin, dass er sich Mozarts Vornamen borgte und gegen den eigenen Taufnamen tauschte: Ernst Theodor Amadeus Hoffmann. Er komponierte an Mozarts Stil angelehnte Werke, die heute kaum mehr aufgeführt werden. Im Brahms-Festival sind einige von ihnen zu hören, wie das Klaviertrio E-Dur AV 52 („Verführerisch“ am Di, 10. Mai, 19.30 Uhr, MHL) oder das Quintett c-Moll AV 24 („Verschattet“ am Do, 12. Mai, 19.30 Uhr, MHL).

Bewährte und neue Konzertformate

Bewährte Konzertformate finden sich wieder wie unter anderem die frühen Orgelkonzerte in St. Jakobi, die diesmal unter dem Motto „Morgengrauen“ mit grotesken Orgelstücken, Improvisationen und Texten aufwarten (Mo, 9. bis Fr, 13. Mai, 8.30 Uhr). Die moderierten Lunchtime Concerts knüpfen mit den Haydn-Quartetten von Mozart an Hoffmanns Mozart- und Haydn-Liebe an (Di, 10. bis So, 15. Mai): Sechs junge Kammermusikensembles präsentieren dabei im Behnhaus Drägerhaus jeweils ein Quartett aus dem kunstvoll komponierten Werkzyklus, den Mozart seinem Komponistenfreund Joseph Haydn widmete. „Zwischenwelten“ mit dem renommierten zeitgenössischen Komponisten Helmut Oehring (Mo, 9. Mai, 17 Uhr), „Märchenwelt“ (Mi, 11. Mai, 17 Uhr) und „Karikaturen“ (Fr, 13. Mai, 17 Uhr) heißen die studentischen Nachmittagskonzerte in der Villa Brahms. Moderationen und Lesungen vertiefen auch hier Bezüge zum Motto und zur Zauberwelt E.T.A. Hoffmanns. Fünf Kompositionsstudierende der MHL haben eigens für das Brahms-Festival Werke geschrieben und hinterfragen mit ihren Uraufführungen und Installationen unter dem Motto „Illusion (?)“ im Günter Grass-Haus das romantische Festivalmotto (Di, 10. und So, 12. Mai, 17 Uhr) Die MHL-Studierenden greifen für ihren Konzertabend die bei Hoffmann so präsente Thematik des Spiegelbildes auf: Unter dem Motto „Infinitive Spiegelungen“ haben sie einen Film konzipiert und gedreht: ein audiovisuelles Filmexperiment über das Entgleiten in parallele Traumwelten, das im KOKI Lübeck gezeigt wird (Fr, 13. Mai, 20.30 Uhr).

Neu im Festival-Programm ist die „Brahms Night Session mit Improvisationen zu später Stunde über die tagesaktuellen musikalischen Themen. Studierende und Dozierende aus dem Bereich Popularmusik präsentieren dabei um 22.30 Uhr im CVJM ihre spontane Sichtweise auf Brahms (Fr, 6. Mai, Di, 10. Mai, Do, 12.5. und Fr, 13. Mai, jeweils 22.30 Uhr, CVJM Lübeck). Und neben einer Matinee (So, 8. Mai, 11 Uhr, MHL) darf auch ein Nachtkonzert nicht fehlen, das auf die „Geisterstunde“ einstimmt (Sa, 14. Mai, 23 Uhr, MHL).

www.brahms-festival.de

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