Microsoft steigt in den Tablet-Markt ein

Jetzt wird es richtig spannend in der Tablet-Szene: Bisher teilten sich Apples iPad und die Android-Welt diesen boomenden Markt auf – jetzt wirft auch Microsoft seinen Hut in den Ring. Pünktlich zum Start von Windows 8, also in diesem Herbst, will Microsoft eigene Hardware namens „Surface“ anbieten, und zwar zunächst ein Tablet mit ARM-Prozessor und dem Betriebssystem Windows RT. Etwa drei Monate später folgt dann ein zweites Modell mit Intel-Prozessor der neuesten Generation und Windows 8 Professional. Größe, Gewicht und Speicherkapazitäten (32 oder 64 GB) des ARM-Modells entsprechen in etwa dem iPad, aber das Display hat nur „HD“-Auflösung, also wohl 720 Zeilen im Querformat. Die Intel-Version ist bei gleicher Display-Größe deutlich schwerer (rund 900 Gramm) und dicker (knapp 14 mm), hat ein „FullHD“-Display und wahlweise 64 oder 128 GB Speicher. Beide Modelle bieten Speichererweiterung per MicroSD-Card, einen Anschluss für einen externen Bildschirm sowie einen USB-Port – beim großen Modell sogar USB 3.0. Kommuniziert wird im Übrigen per WLAN. Ein edles Gehäuse aus Magnesium-Legierung mit speziell behandelter Oberfläche ist ebenfalls beiden gemein. Dank ausklappbarer Stütze lassen sich die Tablets schräg aufstellen. Eine clevere Schutzhülle kann als druckempfindliche Tastatur fungieren – dabei sei die Reaktionszeit deutlich kürzer als bei einer Bildschirmtastatur, so Microsoft. Sie enthält auch ein Touchpad. Als Alternative ist eine Abdeckung mit mechanischen Kurzhubtasten beigepackt (Foto). Das Intel-Modell lässt sich zudem per Eingabestift bedienen. Mit diesem Konzept will Microsoft den eher als Unterhaltungsgeräte gedachten Konkurrenzmodellen eine Hybridlösung entgegenstellen, die einen nahtlosen Übergang vom passiven Medienkonsum zur aktiven Gestaltung von Inhalten ermöglicht. So spricht Microsoft denn auch von einer „neuen PC-Familie für Windows“. Während Apple-Guru Steve Jobs schon die „Nach-PC-Ära“ eingeläutet hatte, hält Microsoft demonstrativ am PC-Begriff fest und macht das Tablet zu einem superkompakten PC. Zu den Preisen äußert sich das Unternehmen eher vage: Das ARM-Tablet werde preislich mit vergleichbaren ARM-Modellen konkurrieren können, während das Intel-Modell in der Preisklasse eines modernen Ultrabooks angesiedelt sei. Auch diese Klassifizierung zeigt, wo Microsoft hin will: Zumindest das große Modell soll ein voll funktionsfähiger Ersatz fürs Notebook werden, und dennoch so kompakt und flexibel wie herkömmliche Tablets. Dem kommt die Tatsache zugute, dass die Intel-Version mit der uneingeschränkten PC-Variante von Windows 8 läuft. Diese Kombination aus Hard- und Software könnte die Konkurrenz das Fürchten lehren. Kaufen kann man die neuen Tablets in den Microsoft-Stores in den USA sowie in ausgewählten Microsoft-Online-Stores. Von Europa ist zwar nicht ausdrücklich die Rede, aber wenn Microsoft wirklich zum großen Gegenschlag gegen Apple ausholen will, werden sie sich nicht auf den Heimatmarkt beschränken können.

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