Aus für die Brüll-Werbung ab IFA 2012

Sie kennen das vom Fernsehen: Die Werbung brüllt so laut aus den Lautsprechern, dass Sie unwillkürlich zur Fernbedienung greifen. Danach beim Film oder den Nachrichten müssen Sie wieder lauter drehen. Grund ist die Dynamikkompression: Die Werbe-Produzenten schneiden die Pegelspitzen ab – der Rest wird dann umso lauter, wenn man bis maximal null dB aussteuert. Bisher verwendet der Rundfunk Spitzenwertanzeigen – was zu den leidigen Lautstärkesprüngen führt. Nun hat die Europäische Rundfunkunion (EBU) ein Verfahren entwickelt, mit dem der „Energiegehalt“ des Signals gemessen wird, der dem Lautstärkeeindruck entspricht. Öffentlich-rechtliche und private Fernsehsender wollen sich ab der IFA 2012 an diese EBU-Richtlinie halten. Dann gehören Lautstärkesprünge innerhalb eines Programms, aber auch beim Umschalten zwischen den Programmen, der Vergangenheit an. Zu einem späteren Zeitpunkt soll die neue Aussteuerungsregel auch fürs Radio gelten – wenn es nach der ARD geht. Dann müsste nicht nur die Werbung deutlich leiser ausgesteuert werden, sondern auch Popmusik. Denn ihr „Energiegehalt“ ist, bezogen auf die kurzzeitigen Pegelspitzen, meist deutlich höher als bei Klassik oder Sprache. Die Frage ist allerdings, ob damit auch die leidige Dynamikkompression ein Ende hat – jedenfalls soweit sie im Sendestudio stattfindet. Höhere Lautstärke erreicht man dann ja durch Kompression nicht mehr. Nach wie vor aber würde man erreichen, dass leise Passagen nicht im Umgebungslärm untergehen, wenn all die Nebenbeihörer und Autofahrer bei gedrosselter Lautstärke Radio hören. Wer sich einen Eindruck von der „Loudness Unit“ verschaffen will und ein VST-fähiges Audio-Programm wie etwa Wavelab nutzt, kann sich ein einschlägiges Plugin kostenlos herunterladen unter www.audiocation.de. Es zeigt als „LU Int“ den über die Zeit gemittelten LU-Wert an, bezogen auf den EBU-Richtwert, und zwar in Grün, wenn er innerhalb der zulässigen Toleranz liegt (Foto), in Rot, wenn er sie überschreitet.

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