Sie sind hier: HiFi-Test / Anlagen / CD-Receiver NAD C 715
21.08.2014

Test: CD-Receiver NAD C 715

CD-Receiver NAD C 715

von Carsten Barnbeck

Nach eigenen Angaben handelt es sich beim C715 um den kompaktesten CD-Receiver, den NAD bislang auf den Markt gebracht hat. Das glauben wir ungeprüft, denn mit einer Breite von 22 Zentimetern hat das graphitgraue Gehäuse tatsächlich eine extrem schlanke Figur. Freilich hinderten die kompakten Abmessungen den Hersteller nicht daran, eine Vielzahl teils außergewöhnlicher Funktionen unter den Metalldeckel zu packen.

Der erste Eckpfeiler des Maschinchens liegt in den beiden erhältlichen Versionen: Für exakt 490 Euro gibt es die Basis mit analogem UKW- und MW-Empfänger. 100 Euro darüber liegt die von uns getestete DAB-Variante, die aber ebenfalls mit dem analogen Empfangsteil aufwarten kann und auch ansonsten baugleich mit dem kleinen Geschwisterchen ist.

Für eine so handliche Anlage gibt sich die 715 großzügig beim Quellangebot. Der CD-Spieler schluckt neben käuflich erworbenen Silberlingen alle Sorten von selbstgebrannten Rohlingen und kann obendrein die Formate WMA sowie MP3 auslesen. Über analoge Eingänge lassen sich zudem bis zu drei externe Tonspender einstöpseln, von denen zwei Recorder sein dürfen.

Der ganz dicke Knüller versteckt sich jedoch hinter einer kleinen Blende auf der Frontfläche. Entfernt man diese Klappe, findet man neben dem Kopfhörer-Aus-, beziehungsweise einem Porti-Eingang auch noch eine USB-Buchse, die mit einem Host versehen ist. Das bedeutet, die C715 ist fähig, Verzeichnisstrukturen von USB-Speichermedien auszulesen und die dort abgelegten MP3- oder WMA-Daten abzuspielen. Theoretisch müsste das sogar mit einer großen USB-Festplatte funktionieren.

Detail des NAD C 715
Dank ihrer gelungenen Raumaufteilung herrscht im Gehäuse der NAD keineswegs das von uns erwartete Gedränge

Noch interessanter ist aber die Möglichkeit, von jeder verfügbaren Quelle (Radio, Analog-Eingang oder CD-Player) komprimiert auf einen USB-Stick aufzuzeichnen. Hinter der vordergründig so unscheinbaren Fassade dieser NAD steckt also ein vielseitiges Recording-Wunder.

Bei einer MP3-Qualität von 192 Kilobit – die verschiedenen Aufnahmemodi lassen sich bequem via Fernbedienung durchschalten – klingt das auch noch richtig gut. Einen Wermutstropfen gibt es dann allerdings doch: Leider fehlt dem kompakten System die Fähigkeit, Aufnahmen zu editieren. Man kann sie weder schneiden noch umbenennen. Ein PC ist für die Organisation der Daten unverzichtbar. Trotzdem verbuchen wir den USB-Anschluss als ein äußerst spannendes Feature.

Auch klanglich macht NADs „graue Maus“ einen sehr guten Schnitt. Sicher ist ihr Verstärker mit seinen 25 Watt kein Kraftprotz. Trotzdem gelingt es ihm, überraschend dynamisch, musikalisch und vor allem lebendig aufzuspielen. Im Vergleich zu Yamahas Klassenreferenz Pianocraft E-700 erschien uns die C 715 sogar minimal offener und detaillierter. Sie ist neutraler abgestimmt als die betont warme und runde Japanerin und vertrug sich im Test hervorragend mit schnellen Wandlern wie Kefs iQ 3. Ihre räumliche Abbildung ist nicht unbedingt die allergrößte, dafür wirkt die Bühne aber plastisch und geordnet.

Mit diesem Eindruck, vor allem aber mit ihrer hervorragenden Ausstattung braucht sich die kleine NAD also vor keinem Konkurrenten zu verstecken.

Detail des NAD C 715
Versteckt hinter einer Klappe liegt ein USB-Anschluss, über den die C 715 direkt auf portable Speichermedien aufnehmen kann

Profil

NAD C 715

um 590 Euro (DAB)
um 490 Euro (UKW)
Maße: 22 x 11 x 36 cm (BxHxT)
Garantie: 2 Jahre
Vertrieb: Dynaudio
Tel.: 04108/41800
www.nad.de

Fazit

NAD ist mit der C 715 eine richtig sympathische Kompaktanlage gelungen, die nicht nur mit ihrem lebendigen und neutralen Klangcharakter auf sich aufmerksam macht, sondern auch richtig interessante Funktionen und weitreichende USB-Features bie­tet. Yamahas Pianocraft dominiert das Segment nicht mehr ganz allein.

Merkmale
Player  
CD/SACD/DVD •/–/–
CD-R/Hybrid-SACD abspielbar •/–
MP3/WMA abspielbar •/•
Programmierung/Zufallswiedergabe •/•
Zeitanzeige: Titel-/Titelrest-/Gesamtrestzeit •/•/•
Wiederholung: Titel/CD/Ausschnitt •/•/•
CD-Text-/SACD-Textanzeige •/–
Digitalausgabe bei MP3/WMA (als PCM) •/•
MP3/WMA digital kopierbar via SPDIF –/–
   
Empfangsteil  
Empfangsbereich UKW/MW/LW/DAB •/•/–/•
Anzahl der Stationsspeicher (analog/digital) 30/99
RDS-Sendername/Programmtyp/Radiotext •/•/•
   
Verstärkerteil  
Analogeingänge Phono/Hochpegel –/3
Digitaleingänge koax/optisch –/–
Kopfhörer-/Tape-Ausgänge •/2
Digitalausgänge koax/optisch –/1
Netzausgänge geschaltet/ungeschaltet –/–
Cinchbuchsen vergoldet
Klangregelung/Überbrückbar
Automatische Einmessung mit Mikrofon
Direkt-Schalter
   
Allgemeines  
Schönschriftdisplay/Stellenzahl •/–
Helligkeit des Displays regelbar
USB-Anschluss
Fernbedienung beigepackt
Fernbedienung/programmierbar
Gehäusefarben Grau
Metallfront