
- Peter Bickel
Peter Bickel
Peter Bickel ist seit mehr als zwei Jahrzehnten Musikjournalist und lebt mit dem Herzen weit im Norden – was dazu führt, dass er bei Musik aus den Nordpolarregionen besonders genau hinhört. Ohne Scheuklappen schreibt er quer durch alle Genres, von Rock und Metal über Jazz, Folk und Klassik.
Die besten CDs 2007
- Bettye Lavette „The Scene Of The Crime“: Ein Alterswerk, das man ihr nicht mehr zugetraut hätte.
- Erika Stucky „Suicidal Yodels“: Erstaunlich, wie viel Gemeinsamkeiten der Blues mit dem Jodeln hat.
- Trio Mediaeval „Folk Songs“: Grandios, wie drei Norwegerinnen Folklore und klassische Elemente verbinden.
- Minor Majority „Candy Store”: Die geheimen Weltmeister des melancholischen Pops.
- Eric Bibb „Diamond Days“: Damit der Blues neue Impulse bekommt.
- Simon Emmerson „The Imagined Village“: Die Welt ist ein Dorf, in dem Paul Weller, Trans-Global Underground, Sheila Chandra und Billy Bragg eng zusammenrücken.
- Buge Wesseltoft „IM“: Allein am Piano klingt der Nu-Jazzer und Jazzland-Chef am intensivsten.
- Verschiedene „Reborn On Acoustic Guitar“: Songs von U2, Rio Reiser oder Michael Jackson solo auf einer akustischen Gitarre? Funktioniert!
- Verschiedene „My Blueberry Nights“: Der Soundtrack mit Ry Cooder, Amos Lee, Cat Power und Cassandra Wilson wirkt auch ohne Bilder.
- Amiina „Kurr“: Musik wie ein verbogenes Puppenspiel.
Persönliche Neuentdeckung
- Mathilda „M wie Mord“: Dieser Deutsch-Pop mit frechen Texten bekam leider nicht die verdiente Aufmerksamkeit.
- Hazmat Modine „Bahamut”: Blues, Calypso, Brass, Klezmer und Reggae – so klingen Tom Waits‘ Erben.
- Adjagas „Adjagas“: Samischer Joik auf dem Weg in die Moderne zieht lässig an Mari Boine vorbei.
Audiophile Perlen
- Sinikka Langeland „Starflowers“: Eine begnadete Folk-Vokalistin und Kantele-Spielerin, begleitet von den besten Jazzern Norwegens.
- Rabih Abou-Khalil „Songs For Sad Women“: Auf Rabih ist Verlass – musikalisch wie klangtechnisch.
- Kari Bremnes „Reise“: Und da möge noch mal jemand behaupten, Live-Mitschnitte können nicht gut klingen.
Zitrone des Jahres
Promo-CDs mit Piepgeräuschen (gegen die Verbreitung im Internet), knapp gefolgt von Journalisten-Downloads, die zur CD-Besprechung taugen sollen.
Größter Wunsch
Dass der Trend anhält, die spannendsten Entdeckungen nicht bei den Majors, sondern im Internet und bei kleinen Labels zu finden.

