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2.9.2010

Test: USB-Interfaces

Audionet VIP G2
Auch einige HiFi-Komponenten, hier Audionets Top-Allesspieler VIP G 2, sind mit USB-Schnittstellen ausgestattet (im Bild unten zu erkennen) und werden von Computern als Sound-Interfaces anerkannt

Das eigentliche Highlight hob sich der Aqvox USB DA 2 MK II dann für den Schluss auf: Dieses Gerät lässt sich, wie erwähnt, via USB mit dem Rechner verbinden und wird von Windows und OS X augenblicklich als Soundkarte erkannt. Wie sich bald zeigte, war der schwarze Wandler nicht mehr wiederzuerkennen, spielte äußerst geschmeidig, plastisch sowie lebensgroß und zeichnete einen sehr erdigen, dunklen und sauber durchstrukturierten Bass in unseren Hörraum.

Nochmals aufgewertet wurde dieser Eindruck, als wir von der Standard-Strippe auf ein von Aqvox zur Verfügung gestelltes, aufwändig geschirmtes USB-Kabel (ab 140 Euro) wechselten, das mehr Präzision in den Spielfluss brachte und das Timing flüssiger wirken ließ. Dagegen konnte dann auch die beste Soundkarte keinen Stich mehr landen – eine perfektere Wiedergabe hatten wir bis dato aus keinem PC vernommen.

Der Grund dafür ist aber nicht einmal allein beim hochwertigen Aqvox zu suchen, sondern auch beim Koax-Anschluss unseres Mainboards, das übrigens von Asus stammt. Der Wandler erhält über USB einfach ungleich bessere Signale. Das zeigte sich am deutlichsten, als wir ihn gegen den eigentlich klar überlegenen Reimyo DAP-777 stellten, der über Koax aber nur ein Schatten seiner selbst war und sich nur sehr knapp und mit mehr Glück als Verstand vor den USB DA 2 schieben konnte.

Kommen wir also zur Verlesung der Urteile: Selbst ein konventioneller Arbeitsplatz-Rechner – und um nichts anderes handelte es sich bei unserer Testmaschine – kann über einen externen Wandler zum anspruchsvollen Audioserver aufgerüstet werden. Besonders interessant sind dabei Modelle mit USB-Anschluss, da die HiFi-Geräte erst über diese Schnittstelle zu voller Stärke auflaufen.  Zwar könnte man über eine professionelle Studio-Soundkarte die meist minderwertige On-Board-Lösung umgehen und die Koax-Qualitäten eines PCs aufwerten, doch taucht damit auch ein weiterer, nicht zu unterschätzender Kostenpunkt auf der Rechnung auf.

Abschließend kann man allen zum Einsatz gekommenen D/A-Wandlern attestieren, dass sie einen Rechner auf ein völlig ungeahntes Niveau heben, denn bereits über die relativ bescheidene Koax-Buchse können sie sich klar selbst von hochkarätigen Soundkarten absetzen. (Ende)

Aqvox-Kabel
Aqvox liefert für den USB DA 2 MK II auch hochwertige Datenkabel

Einfacher geht’s nicht!

Doch trotz der unkomplizierten Installation sollte man auch bei USB-Audiogeräten einige Kleinigkeiten beachten

Abbildung 1

USB ist schon eine wunderbare Sache: Die handliche Schnittstelle ermöglicht das schnelle und unkomplizierte Einbinden neuer Geräte in einen laufenden Computer. Waren dafür vor einiger Zeit noch für jede Komponente eigene Treiber notwendig, unterstützen Windows und OS X in ihren aktuellen Versionen eine große Bandbreite an Hardware „nativ“. Eine Digitalkamera wird also einfach angestöpselt, vom Rechner als Bildgerät eingestuft, und augenblicklich starten im Hintergrund – unbemerkt vom Nutzer – die nötigen Anwendungen.
Auch beim Aquvox USB DA 2 MK II verhält es sich so. Unmittelbar nach dem Verbinden wird er vom Betriebssystem als Audio-Interface erkannt und als so genanntes „USB-Audiogerät“ dem Gerätepool hinzugefügt. Unter Windows kann man das übrigens im Hardware-Manager (Abb. 1) überprüfen. Dieser Schritt ist zwingend notwendig, denn dabei erhält der Wandler eine Identifikationsadresse, über die er von den verschiedenen Programmen angesprochen oder eben „adressiert“ werden kann.

Abbildung 2

Die Auto-Installation ist vor allem für Laien fantastisch, das Fehlen spezifischer Treiber verrät aber auch einige Tücken solcher Hardware: Ohne Beschleunigungsfunktionen lastet die gesamte Tonwiedergabe auf dem Hauptprozessor. Schon einfache Computerspiele können selbst aktuelle Rechner an ihre Leistungsgrenzen bringen. Auch zum klanglichen Aufwerten einer Studio-Applikation wie Steinbergs Cubase ist der Wandler ohne flinken ASIO- oder Direct X-Treiber nur bedingt geeignet. Der Fokus liegt also ausschließlich auf der Wiedergabe von Musik über ein geeignetes Player-Programm.

Abbildung 3

Die verblüffend einfache Installation bedeutet leider nicht automatisch, dass man sofort loslegen kann. Zunächst sollte man sich in die Systemeinstellungen des Computers begeben (Abb. 1 zeigt die beiden Varianten der Win-dows-Steuerung) und die Audio-Eigenschaften aufrufen.

Dort (Abb. 3) kann man die Ein- und Ausgänge zuweisen, die von Standard-Applikationen wie iTunes, Windows Media Player oder Spielen fortan angesprochen werden. Durch das Fehlen exakter Gerätedaten vermutet das Betriebssystem hinter dem Aqvox übrigens auch einen Audio-Eingang. Hier kann man gegebenenfalls den Input einer anderen Soundkarte wählen oder es dabei belassen – dieser kleine Fehler verursacht keine Probleme.

Abbildung 4

Damit ist der PC für die hochkarätige Reproduktion gerüstet. Die einzige Ausnahme bilden spezialisierte Programme wie WaveLab (Abb. 4), die mit vielen verschiedenen Treibertypen umgehen können. Hier muss man in den jeweiligen Voreinstellungen oder Optionen noch sicherstellen, dass die USB DA 2 MK II als Ausgabegerät festgelegt wurde.

 
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