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24.5.2013

Test: Cyrus-Anlage


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Innenansicht der Cyrus 6 Power
Die Grundplatinen der beiden Cyrus-Endstufen sind identisch, die Bestückung dagegen bei der 8er (Abb. unten) deutlich üppiger, sofort ersichtlich etwa an den fetteren Kondensatoren

Technisch gesehen wird der für den Mittelhochtonbereich zuständige Verstärker von den Gegen-EMK-Kräften des Tieftöners verschont, was ihm zu noch mehr Transparenz in seinem eigentlichen Aufgabenfeld verhilft. Doch auch der Tieftonverstärker profitiert, zumal unter dem Strich beinahe die doppelte abrufbare Leistung bereitsteht. Die beiden Cyrus-Endstufen harmonieren dabei prächtig, wobei die 8er im Bruderduell durchaus Vorteile für sich verbuchen konnte. Ihre aufgrund der kräftiger dimensionierten Bauteile leichte klangliche Überlegenheit macht auch die Option interessant, sie statt der 6er für den Mittelhochtonbereich einzusetzen.

Dennoch muss man besonders der 6 Power ein geradezu überragendes Preis- Leistungs-Verhältnis attestieren, denn für 60 Prozent des Preises wird hier zumindest annähernd das gleiche Klangpotenzial erreicht. Die Devise sollte von daher lauten: Nimm Zwei! Zwei 6er statt einer 8er nämlich. Die 200 Euro mehr fürs Set sind denkbar gut investiert.

Und wer mit exakt der hier vorgestellten Kette liebäugelt, der sollte nochmal 700 Euro in die Hand nehmen und der Vorstufe ein PSX-R-„Nachbrenner“- Netzteil gönnen. Damit wird der Überflieger vollends zum Favoritenkiller, der wie ein Underdog die Champions fordern – und mitunter womöglich schlagen kann.Ein kleiner „Rocky“ sozusagen. Die geschmeidige Vorstufe ist in jeder Hinsicht – gehört auch an anderen Endstufen wie NAD, Linn oder gar Soulution – ein absolutes Kronjuwel.

Innenansicht der Cyrus 8 Power
Innenansicht der Cyrus 8 Power

Auch der Player ist mitreißend musikalisch, während die beiden Endstufen für unsere Begriffe preislich womöglich etwas zu weit auseinander liegen. So weit, dass wir erneut eher zu zwei kleinen Endstufen und Bi- Amping raten wollen. Es sei denn, Sie brauchen mehr Leistung, dann kommen zwei mono geschaltete 8er in Frage, die sich bei Bedarf und gewachsenen Ansprüchen zwecks Bi-Amping später durch ein weiteres Paar ergänzen lassen.

Oder eine 6er oder zwei X Power, oder man lässt die 6er auf die 8er umbauen und rüstet PSX-R-Netzteile nach. Solche Möglichkeiten eröffnet die durchdachte Produkt- und Upgrade-Politik bei Cyrus ohne weiteres. Das gibt es in dieser Konsequenz nirgendwo sonst (siehe Kasten). Kein Zweifel, Cyrus ist stärker denn je und hat auch in der kleinen Klasse einen hohen Reifegrad erreicht. Die gebotene Zukunftssicherheit mag ein weiteres Argument für die zeitlosen Briketts mit dem großen, musikalischen Herzen sein.

Dieses Quartett hat unser Ohr verdient. Es löst sein anglophil-audiophiles Versprechen vom ersten Ton an ein und lässt einen garantiert nicht im Regen stehen. (Ende)


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Profil

Cyrus 8 Power
Gerätetyp: Stereo-Endstufe
ca. €1000
Maße: 22 x 8 x 36 cm (BxHxT)
Garantie: 2 Jahre
Vertrieb: Roza High End
Tel.: 040/6024477
www.roza.de

Fazit

Die Cyrus 8Power ist eine sehr audiophile, kompakte Endstufe mit Charme und Verve, die noch etwas mehr Luft und Souveränität zeigt als die kleinere 6er, der sie vor allem an komplexeren Lautsprechern klanglich noch eine Handbreit überlegen ist.


Labor

Die 8Power bringt es an acht Ohm Last auf 2 x 62 und an vier Ohm auf 2 x 82 Watt im Stereobetrieb, was in etwa dem 6er-Niveau entspricht. Dass die „größere“ Schwester tatsächlich etwas mehr Power unter der Haube hat, zeigt dann aber die Impulsmessung von 2 x156 Watt sowie der ebenfalls vorgesehene Monobetrieb, der 120 (acht Ohm) respektive 144 Watt (vier Ohm) sinus ermöglicht. 52 Milliohm Ausgangswiderstand sind ein sehr guter Wert. Bei den Verzerrungen liegt die 8er mit 0,0015 bis 0,0024 (Klirr) und 0,006 bis 0,026 Prozent (Intermodulation) – akademisch – noch etwas besser als die 6er. Über die Klangqualität sagt das wenig aus, aber verfälscht wird zumindest nichts. Während die Rauschwerte ebenso wie die Übersprechdaten völlig übereinstimmen, liegen Eingangsempfindlichkeit und Eingangswiderstand geringfügig auseinander, was den Bi-Amping-Betrieb indes in keiner Weise beeinträchtigte. Die Grenzfrequenz beträgt auch hier 80 Kilohertz.

Ausstattung

Wie 6 Power, zusätzlich ist die 8er noch mit PSX-R-Vorbereitung ausgestattet. Bei höherem Leistungsbedarf ist zudem eine Brückenschaltung für den Betrieb als Monoblock möglich, der zudem über eine frontseitige LED auch angezeigt wird. Auch diese Endstufe hat keinen Lüfter, als großer Kühlkörper dient das Gehäuse. Upgradefähig zur X Power. Das Netzkabel kann (und sollte) aufgewertet werden.

 
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