Test: Cyrus-Anlage
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Der Blick auf die Platinen offenbart denn auch, dass der Verwandtschaftsgrad sehr groß ist.
Es wurde sogar die gleiche Basisplatine verbaut, aber die des 8er-Modells weist größere Kondensatoren auf.Zudem finden sich hier zusätzliche Bauelemente. Da es sich folglich nicht um absolut identische Verstärker handelt, was ja auch nicht zu erwarten war, scheidet das kanalgetrennte, vertikale Bi-Amping aus, nur die horizontale Arbeitsteilung ist in diesem Fall möglich. Damit übernimmt eine Endstufe – wir würden hier aus Gründen der Souveränität im Bass und des erreichbaren Gesamtpegels die schwächere 6er wählen – vollständig den Mittelhochtonbereich beider Kanäle, während die 8er das Fundament befeuert.
Das Signal der Vorstufe kann man, um Kabel zu sparen und zudem die Kapazität nicht unnötig ansteigen zu lassen, über einen Cinch-Kabelsatz laufen lassen, der erst am Ende zum Y aufgespalten wird.Dafür sollte man ebenfalls gute Kabel verwenden,wir haben hier ein Linn-Kabel und besonders hochwertige und dreifach geschirmte QED-Y-Adapter sowie zwei Sätze Atlas Hyper 2.0 für die Lautsprecher genommen. Die kleinere Endstufe sowie der CD-Player lassen sich im Gegensatz zu den teureren Komponenten nicht ohne weiteres durch das legendäre PSX-R-Netzteil aufwerten.
Bei aller Zeitlosigkeit im Design, ein Haar in der Suppe findet man auch bei Cyrus. Ich muss es an dieser Stelle wiederholen, denn ich mag diese kompakten Teile wirklich. Dabei klammere ich aber die BFA-Anschlüsse für die Lautsprecher ausdrücklich aus. Zwar klingen Hohlbananas oft besser als massive, aber es gibt eben auch sehr viele Kabel, die über solche, über Gabelschuhe oder schlicht blanke Enden verfügen – und die bekommt man in die Cyrus-Verstärker nur über Umwege hinein. Immerhin liegen Adapter bei, dann bleiben nur noch Gabelschuhe außen vor.
Vermutlich ist es ein Platzproblem auf den Geräterückseiten, was Cyrus – im Gegensatz etwa zu Linn – eisern am BFA-Terminal festhalten lässt. Egal, im Hörraum nimmt man vor der Cyrus-Kette Platz – und da ist sie wieder: Die unglaubliche Stimmigkeit, die erst in weitaus höheren Preisklassen zu erwartende Loslösung des Klangbildes von den Boxen und die enorme Natürlichkeit, die von den Mitten aus das gesamte tonale Spektrum prägt.
Energieschub
Viele Cyrus-Komponenten sind ohne großen Aufwand upgradefähig
Beinahe alles ist möglich, wenn man sich einmal für Cyrus entschieden hat, denn kaum ein anderer Hersteller betreibt eine so konsequente Upgrade-Politik. Der einfachste „Plug & Play“-Fortschritt ist die bei vielen Komponenten mögliche Ergänzung durch ein externes PSX-R Netzteil, das 700 Euro kostet und einen deutlichen Klangsprung bedeutet. Aber auch der Umbau etwa des 6er-Players auf den 8X, der Endstufe 6Power auf die 8Power oder gar der 8 Power auf den großen XPower-Amp werden zu moderaten Preisen angeboten. So ist ein audiophiler Aufstieg innerhalb des Systems und sogar verlustarm mit denselben Geräten möglich. Als Cyrus-Besitzer sollten Sie dazu mal den Fachhändler Ihres Vertrauens befragen. Wenn das nicht eine beispielhaft clevere und kundenfreundliche Produktpolitik ist!
Profil
Cyrus PRE VS2
Gerätetyp: Stereo-Vorstufe
ca. €900
Maße: 22 x 8 x 36 cm (BxHxT)
Garantie: 2 Jahre
Vertrieb: Roza High End
Tel.: 040/6024477
www.roza.de
Fazit
Die VS-Technologie hat den Cyrus-Klang zu diesem Preis erst möglich gemacht. Die Pre VS tönt mitreißend musikalisch, frisch, geschmeidig, lebendig und – nicht nur – in den überragenden Mitten sehr natürlich. Timing, Fluss, Plastizität, aber auch die Kraft bis in die Tiefen sind exzellent. Eine Bereicherung auch für Fremdketten.
Labor
Der kleine Vorverstärker aus dem Hause Cyrus liefert eine Glanzvorstellung ab. Seine maximale Ausgangsspannung von über 10 Volt reicht aus, um jede noch so unempfindliche Endstufe auszusteuern, die 118 Ohm Ausgangswiderstand lassen zudem auch längere Kabelwege und/oder niederohmigere Endstufen zu. Verfärbungen durch Klirr- oder Intermodulationsverzerrungen sind durch eine Null vor und zwei bis drei Nullen hinter dem Komma völlig auszuschließen. Auch die Rauschabstände sind mit 92/79 Dezibel für 0,3/0,03 Volt auf der sicheren Seite. Die Frequenzgänge sind fehlerfrei, die Stereo-Kanaltrennung beträgt satte 74 dB, beinahe ähnlich gut liegen die Übersprechwerte zwischen den Eingängen mit 69 dB. Auch hier beträgt der Standby-Verbrauch mit drei Watt kaum weniger als der Leerlaufwert von vier Watt. Die obere Grenzfrequenz liegt weit jenseits der 110 Kilohertz, wo der Pegel erst um 0,3 dB abgefallen ist. Das verspricht eine „schnelle“ und phasentreue Signalverarbeitung. Der Gleichlauf der Lautstärkeregelung ist sehr exakt.
Ausstattung
Sieben Hochpegelquellen (davon ein „Link“ z.B. für AV/Phono) finden Anschluss, es gibt Ausgänge für Tape und Kopfhörer sowie als Klangregelung immerhin Balance. Die Vorstufe gestattet die Nachrüstung eines PSX-R-Netzteils.






