Test: Finite Elemente Resonator
Nahe der linken oberen Ecke platziert, also oberhalb der Eingangsröhren, sorgte er für deutlich mehr Transparenz, Beschwingtheit und riss das Spektrum auf. Die Abstände zwischen den Musikern erschienen nun viel differenzierter, überhaupt wurde so das Tiefenrelief ungleich plastischer ausgearbeitet, staffelte sich das Klangbild mühelos in die Höhe und nahmen Beweglichkeit wie Spielfluss fast dramatisch zu. Gleichzeitig gewann der Bass an Trockenheit und Kontur.
Das hätten wir nicht erwartet, zumal der 11000-Euro-Pre ohnehin schon auf Finites CeraPucks stand, nur beste Kabel angeschlossen sowie die Röhrenpins sämtlich mit „Pro Gold“ behandelt waren, was den Klang übrigens ebenfalls richtig nach vorn gebracht hatte. Was mehr kann man für knapp 500 Euro Aufwand tun? Nun, zum Beispiel den Resonator einsetzen, der auf dem PL-P einen Ehrenplatz bekommt. Aber das war erst der Anfang der Erfolgsgeschichte des schmucken Rundstücks. Denn im hinteren Bereich eines im ganz anderen Rahmen aufgestellten Lua 4545c lokalisiert, war das Resultat ganz ähnlich: Wieder vergrößerte sich die Abbildung, kamen mehr Licht und Luft in die Darstellung und trat eine Art federnder Noblesse hervor, die der naturbelassene Vollverstärker in dieser Ausprägung nicht entwickelt hatte.
Wie schon beim Nagra bewirkte der Resonator Verbesserungen gerade in den Bereichen, die fürs emotionale Erlebnis zentral und deshalb den HiFi-Hörern so wichtig sind. Es entsteht der oft vermisste Atem,„Bremsklötze“ werden aus dem Musikfluss geräumt, man fühlt sich unmittelbar an die Anmut und Grazie ausgefeilter Ketten erinnert, deren Nachhall einem noch durch die Synapsen geistert. Mehr Fundament und Farbe registrierte hingegen ein Kollege, der die Alu-Dose auf seiner Spectral-Vorstufe einsetzte – und zwar vor allem dann,wenn dies auf dem externen Netzteil der DMC 20 II geschah. Auch auf den gleichfalls ausgelagerten Saftspender der PL-P übte der Resonator eine beruhigende Wirkung aus.
Letztlich sind den Anwendungen – und wohl auch dem Spieltrieb – kaum Grenzen gesetzt. Klar, dass auch CD-Spieler aller Preisund Qualitätsklassen dankbar auf den runden Aufsatz reagierten.Aber es ist natürlich fraglich, ob die Ausstattung eines 500-Euro- Players mit einem fast gleichteuren Tuning finanziell sinnvoll ist, so sehr sie klanglich auch angeraten scheint. Lindemanns teurer 820 S goutierte den Resonator mit geschmeidigerem, gelösterem Spiel, wenn dieser in der rechten Deckelhälfte stand,während Linns Majik-Vorstufe dort kaum von ihm profitierte, sondern erst ihre Räumlichkeit aufzog und in Mitten wie Höhen entspannter tönte, als die Dose nach hinten links wanderte.
Der in dieser Ausgabe getestete Cyrus Pre VS 2 spielte mindestens eine halbe Klasse höher, staffelte Streicherensembles weiter nach hinten und betörte mit noch zarterem Schmelz, sobald die Silberbüchse auf dem hinteren Teil seines schmalen Gehäuses thronte, während sie weiter vorne stark an Wirksamkeit einbüßte. Faszinierend! Den Resonator sollten, nein müssen Sie probieren, gerade wenn sonst alles perfekt ist. Schicken Sie das Resonanzübel zurück in Pandoras, pardon, Finites Büchse. (Ende)
In Versuchen hat Finite ermittelt, dass der optimale Aufstellort mit der effektivsten Wirkung für den Resonator meist außerhalb der Deckelmitte liegt. Dort ist die Schwingfrequenz oft zu niedrig. Nicht nur auf Nagras Röhren-Pre PL-P (u.), auf dem sich die Dose sehr bewährte, konnten wir diesen Hinweis nachvollziehen






