Kurzerhand entriss man dem Player also sein altgedientes Kraftwerk und ersetzte es durch einen vielpoligen Anschluss mitsamt Schraubgewinde. Im zweiten Gehäuse, das dem Player in Form, Material und Abmessung entspricht, brachte man indes eine verschwenderische Netzabteilung unter, die keine Fragen offen lässt: Zwei große, geschirmte Ringkerntrafos werden über eine Röhre gleichgerichtet. Um letzte Wechselspannungsreste – die können unschönes Brummen verursachen – kümmert sich ein dritter Trafo, der im Verbund mit einigen Elkos als Siebdrossel eingesetzt wird.
Obendrein findet sich im Netzteil eine ganze Armada von Kondensatoren sowie eine Silbersicherung aus deutscher Produktion und eine Phasenüberwachung nebst roter Lampe. Um es auf den Punkt zu bringen: Mit dieser Ausstattung hat der CD-3 wohl weit mehr Power im Rücken, als so mancher Vollverstärker.
Das macht sich klanglich natürlich nicht erst an zweiter Stelle bemerkbar. Der überaus dynamische Grundcharakter des Ayon weckt unmittelbar Assoziationen zu einer lauernden Raubkatze. In einem Moment arbeitet der Player feinfühlig und diszipliniert die Konturen eines sanft gestrichenen Cellos heraus, um in der nächsten Sekunde regelrecht zu explodieren. „Angriffslust“ ist ein wundervolles Wort, um diese Energiereserven und seine bissigen Attacken zu beschreiben.
Was gegenüber dem kleinen Einser ebenfalls einen enormen Sprung nach vorn machte, sind Plastizität und Abbildungsgröße. Die zärtlich-frivol gehauchte Stimme von Allison Goldfrapp stand bei „Paper Bag“ sphärisch, aber deutlich lokalisierbar im Raum, hatte ein herrlich voluminöses, eher dunkles Timbre und platzierte sich deutlich vor der lakonisch gespielten Akustikgitarre, deren schnelle Anschlagimpulse wiederum von der Kraft des Players profitierten. Als Kontrast dazu verliert sich ein Cembalo in der Tiefe des Raums, dessen bissig-metallischer Tonfall von der hohen Auflösung des CD-3 fein herausgearbeitet wird.
Die hervorstechendste Fähigkeit von Ayons Primus ist aber, bei jeder Gelegenheit für gute Laune zu sorgen. Egal mit welcher CD oder an welchem Amp, sein Schwung und Elan setzen sich stets durch und verleihen der Musik etwas Anmachendes und Zupackendes. Damit grenzt er sich zum Beispiel deutlich vom Linn Akurate CD ab. Der Ausnahmeplayer mag noch eine spürbare Portion mehr Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen, er geht aber auch distanzierter und weit weniger emotionsgeladen ans Werk.
Wenn also die Rede davon war, dass wir eher neutral in diesen Test gingen, müssen wir aus heutiger Sicht sagen: Sorry dafür! Der CD-3 lässt selbst dem härtesten Tester keine Möglichkeit, mit kühlem Kopf vor der Kette zu verweilen. Rette sich, wer kann! (Ende)
Profil
um 4900 Euro
Maße: 46 x 23 x 33 cm (BxHxT)
Garantie: 2 Jahre
Vertrieb: Living Sound
Tel.: 0043/312424954
www.living-sound.com
Ausstattung
Der Ayon ist um ein solides Sony-Laufwerk herum aufgebaut, und seine Wandler bieten ein generelles 192-Kilohertz/24-Bit-Upsampling. Gesteuert wird der Player über eine robuste Metall-Fernbedienung. Rückseitig findet sich neben verschiedenen Stromanschlüssen ein koaxialer Digitalausgang sowie ein analoges Cinch-Stereopaar. Alle Buchsen sind vergoldet. Besonders lobenswert ist übrigens die Phasen-Kontrollautomatik – die rote Lampe darf nicht leuchten –, mit deren Hilfe das korrekte Anschließen ein Kinderspiel ist.




